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Wissenswertes
Der Podenco ("Hasenhetzhund")
Herkunft und Rassen:
Als Urahne des Podenco's gilt der Pharaonenhund (Tesem) des alten Ägyptens. Man findet ihn auf antiken Wandmalereien, Friesen und Reliefs (bis in das Jahr 3400 v. Chr. zurück).
Auf den einzelnen Mittelmeerinseln entstanden im Laufe von Jahrhunderten verschiedene Arten, die sich in Aussehen und Größe unterscheiden und sich so ihrem Lebensraum angepasst haben.
Offiziell anerkannte Rassen sind heute:
Podenco Ibicenco (Balearen und Pityusen),
Podenco Canario (Kanarische Inseln),
Podenco Portugues (Portugal),
Kelb tal Fenek (Malta),
Cirneco dell Etna (Sizilien).
Es gibt noch weitere Unterarten, die jedoch von der FCI bisher nicht anerkannt sind.
Der Podenco Ibicenco ist scheinbar der Bekannteste unter ihnen und dem Pharaonenhund wohl am ähnlichsten. Die häufigste Farbe dieser Rasse ist rot-weiß, kann aber auch einfarbig rot oder weiß sein, es gibt glatthaarige oder falbenfarbene bis weiße rauhaarige Arten. Die Hunde vom Pharaonenhundetyp wurden abwechselnd mal den Laufhunden (auch Bracken), mal den Windhunden zugeordnet.
Sie benutzen zum Jagen Nase und Gehör, was sie von den Windhunden unterscheidet, die hauptsächlich nach Sicht jagen. Meist töten sie auch ihre Beute nicht, sondern fangen sie ohne festes Zubeißen (sie haben eine sogenannte "weiche Schnauze"). Man vermutet, dass sich die Podenco's zu einem Zeitpunkt entwickelt haben, in dem sich vor Jahrhunderten Windhunde und Laufhunde voneinander getrennt weiterentwickelten.
Allgemeine Merkmale:
Alle gemeinsam besitzen Podenco's riesige Ohren, die hochgestellt, seitwärts gedreht und flach angelegt werden können. Im Fell sind sie kurz und glatthaarig, manchmal auch drahtig-rauhaarig, seltener ist längeres, weiches Fell. Sie sind sie zäh, ausdauernd, robust und lauffreudig, für Krankheiten nicht anfällig und können ein hohes Lebensalter erreichen. Sehr ausgeprägt ist ihr Jagdinstinkt, ihr Wesen sanft, duldsam und sensibel, trotzdem nicht leicht zu erziehen. Sie sind anhänglich, Fremden gegenüber meist zurückhaltend.
Geschick und Einfühlvermögen sind gefragt für eine abwechslungsreiche und gewaltfreie Erziehung. Podenco's wollen beschäftigt werden, sie spielen und laufen gerne, toben gerne mit Artgenossen. Sie können gut in Familien mit Kindern leben, sind nicht aggressiv, man muss aber für genügend Beschäftigung und Auslauf sorgen, im Haus sind sie dann im Wesen ruhig und ausgeglichen. Auch mit Kleintieren im Haushalt können sie gut auskommen, wenn man von Anfang klärt, dass diese nicht zur "Beute" zählen.
Die Jagd und das Leid:
Ein Podenco ist genügsam, robust, ausdauernd, er kommt mit größter Hitze klar, hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt und wird deshalb auch heute noch in Spanien hauptsächlich zur Kaninchenjagd eingesetzt. Dies sind jedoch gerade die Umstände, die leider nur allzu häufig zu seinem Elend beitragen: Da viele Spanier auch heute noch der Meinung sind, dass nur ein ausgehungerter Podenco ein guter, "aggressiver" Jäger sei, werden sie vor Jagdbeginn oft tagelang an kurzen Ketten in gleißender Hitze angebunden, erhalten tagelang kein Futter und werden ausgehungert dann zur Jagd losgelassen. Dass diese Tortur viele Tiere nicht überstehen, dürfte jedem wohl klar sein. "Schlechte" Jäger werden dann einfach liegengelassen, oft erhängt, ertränkt, erschlagen und schlimmeres ...
Einige Tiere werden gerettet, sie kommen dann ins Tierheim oder in private Pflegestellen.
Der Podenco in der Familie
Ein Podenco kann ein ausgesprochen toller Familienhund sein, denn er neigt wahrlich zu keinerlei Aggression, ist duldsam und freundlich, eher zurückhaltend im Wesen, liebevoll, auch Kindern gegenüber freundlich, verschmust, pflegt sich gerne selbst, indem er sich stundenlang leckt (was wiederum etwas katzenhaftes hat, genauso wie seine gelegentliche Sturheit, manchmal wirkt er geradezu gleichgültig), ist im Hause angenehm und ruhig - aber nur, wenn man gewisse Grundsätze und seine besonderen Wesenseigenschaften berücksichtigt - wenn man ihn mit groben 'Erziehungsmethoden' malträtiert 'Gehorsam' lässt sich bei ihm hiermit nicht erzwingen, ein Podenco ist eben nicht nur sanft sondern auch sehr selbstständig und benötigt einen gewissen persönlichen Freiraum.
Ein Podenco ist somit kein Hund nur so für "nebenbei" - ein Gang bis zur nächsten Ecke, um mal eben sein Geschäft zu verrichten und wieder zurück genügen ihm nicht!
Er liebt halt Abwechslung und Beschäftigung, er ist verspielt und bleibt dies auch bis ins hohe Alter, er buddelt gerne, ist kontaktfreudig und tollt gerne mit anderen Hunden herum - wobei seine gute Verträglichkeit hervorzuheben ist.
Er läuft gerne, Freilauf sollte man ihm wann immer es geht ermöglichen, in Gebieten, wo sein Jagdinstinkt nicht zu starken Reizen ausgesetzt wird.
Wer selbst nicht allzu viel von Hundeerziehung versteht, sollte auf jeden Fall eine gute Hundeschule mit ihm besuchen, dort lernen Mensch und Tier gleichermaßen den Umgang miteinander. Harte Erziehungsmethoden (wie z. B. Elektroschocks, Schläge, Stachelhalsbänder u. ä.) sollte man tunlichst ganz vergessen (dies gilt jedoch nicht nur für den Podenco). Ihr Podenco hätte schnell das Vertrauen verloren. Ein Podenco eignet sich nicht für eine Schutzhundausbildung.